Pro-NRW-Vorstand tritt ab – Jugendvertreter nach rechts außen

RP-online und „Blick nach rechts“ berichten, dass das Pro-NRW-Personal Auflösungserscheinungen zeigt. So hat die stellvertretende Kreisvorsitzende in Mönchengladbach, Renate Willms, ihren Rückzug erklären lassen, dazu seien laut einem Pro-NRW-Pressesprecher auch der bisherige Kreisvorsitzende, Hubert Döring, und die Kreisschatzmeisterin Elisabeth Emschermann aus Pro NRW ausgetreten. Die Gründe? RP-online schreibt:

„Frau Willms hält einen Antritt für Gladbach für die Kommunalwahl für verfrüht und für nicht sinnvoll“, begründete Arwed Gahlen diesen Schritt auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach Ansicht von Willms setze erfolgreiche Kommunalpolitik eine sachkundige und professionelle Kernmannschaft voraus. Dies sei bei „Pro NRW“ in Gladbach nicht im erforderlichen Umfang gegeben.

Pro NRW hätte nun praktisch keinen geschäftsführenden Vorstand mehr im Kreisverband Mönchengladbach/Viersen, zur Kommunalwahl werde man nicht antreten.

Bereits gestern freuten sich rechte Blogs wie „Altermedia“ über den Übertritt des Pro-Köln/Pro-NRW-„Jugendbeauftragten Rheinland“ René Emmerich in Rechtsaußen-Szene. Ihm ist Pro Köln noch nicht rechts genug. Seine ausführliche Austrittserklärung mit reichlich peinlichen Nachtretereien veröffentlichte er auch gleich. In ihr heißt es u.a.:

Gerade nach den Geschehnissen rund um die nur als peinlich zu bezeichnenden „Antiislamisierungskongresse“ zeigte sich erneut deutlich, die Erfolg- und Hilflosigkeit, die Verlogenheit und Halbherzigkeit dieser selbsternannten „Bewegung“.

Euren Angaben zufolge sollen 1000 Teilnehmer auf dem letzten Kongreß dabei gewesen sein. Nach meiner großzügigen Schätzung komme ich auf nicht einmal 300 Teilnehmer, von denen der Großteil aus dem Ausland angereist war. Nach „Bürgern“ suchte man auf dem gesamten „Kongreß“ ebenso vergeblich wie nach der Äußerung von vernünftigen politischen Ansätzen im Interesse des Volkes. Von Volk und Heimat ist überhaupt keine Rede mehr,[…]

HIer geht es um den Flieger auf dem Kongress mit dem Transparent „Ming Fründ ist Ausländer“:

Um nur ein nicht in den Medien ausgeschlachtetes Beispiel Eurer verlogenen Arbeitsmethoden herauszugreifen,[…]

Und hier um die Verschwörungstheorien rund um die „linken Provozierer“ mit dem „Galgen-T-Shirt“:

Geradezu widerlich ist auch die immer massiver werdende Anbiederung an Zeitgeist und System.

Zu der Öffentlichkeitsarbeit mit „sensationellen“ Erfolgen heißt es:

Dabei erreicht selbst eine kleine Demo von Nationalisten ähnliche Schlagzeilen wie Eure Aktionen und diese kommen glaubwürdiger und authentischer rüber als Ihr mit Euren Lügen und Täuschungsversuchen.

Und zu den Versuchen, sich mit Israelflaggen und dem Afrikaner Josef Intsiful im Vorstand von Rassismusvorwürfen zu befreien:

Auch Euer Versuch mit einem Schwarzafrikaner im Vorstand und zur Schau getragener Israel-Freundschaft „besser“ da zu stehen ist nur lächerlich, abstoßend und entspricht nicht ansatzweise den intern von Euch geäußerten Ansichten.

Da weiß man wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll. Vermutlich nimmt Pro Köln den Vorwurf der „CDUisierung“ und den Austritt des enttäuschten Rechtsauslegers, der jetzt zu den freien Kameradaschaften wechselt, noch als Beleg dafür, wie bieder-spießig-harmlos man doch eigentlich ist. Und vermutlich stimmt zumindest das bieder-spießig daran…

Ergänzung: der politblogger bringt es mal wieder genauer auf den Punkt:

Wohlgemerkt: Emmerich verlässt Pro Köln nicht etwa deshalb, weil ihm Beisicht, Rouhs und Konsorten nicht rechtsradikal genug sind, sondern weil die Herren zu feige sind, sich öffentlich zu ihrer Gesinnung bekennen. Insofern ist Emmerichs erklärte Absicht, künftig die braunen Kameraden von den Freien Kräften Köln zu unterstützen, natürlich nur konsequent – wobei er das eigentlich schon immer war.

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