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Beiträge vom Mai 2009

Pro-NRW-Vorstand tritt ab – Jugendvertreter nach rechts außen

27. Mai 2009 · Kommentar schreiben

RP-online und „Blick nach rechts“ berichten, dass das Pro-NRW-Personal Auflösungserscheinungen zeigt. So hat die stellvertretende Kreisvorsitzende in Mönchengladbach, Renate Willms, ihren Rückzug erklären lassen, dazu seien laut einem Pro-NRW-Pressesprecher auch der bisherige Kreisvorsitzende, Hubert Döring, und die Kreisschatzmeisterin Elisabeth Emschermann aus Pro NRW ausgetreten. Die Gründe? RP-online schreibt:

„Frau Willms hält einen Antritt für Gladbach für die Kommunalwahl für verfrüht und für nicht sinnvoll“, begründete Arwed Gahlen diesen Schritt auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach Ansicht von Willms setze erfolgreiche Kommunalpolitik eine sachkundige und professionelle Kernmannschaft voraus. Dies sei bei „Pro NRW“ in Gladbach nicht im erforderlichen Umfang gegeben.

Pro NRW hätte nun praktisch keinen geschäftsführenden Vorstand mehr im Kreisverband Mönchengladbach/Viersen, zur Kommunalwahl werde man nicht antreten.

Bereits gestern freuten sich rechte Blogs wie „Altermedia“ über den Übertritt des Pro-Köln/Pro-NRW-„Jugendbeauftragten Rheinland“ René Emmerich in Rechtsaußen-Szene. Ihm ist Pro Köln noch nicht rechts genug. Seine ausführliche Austrittserklärung mit reichlich peinlichen Nachtretereien veröffentlichte er auch gleich. In ihr heißt es u.a.:

Gerade nach den Geschehnissen rund um die nur als peinlich zu bezeichnenden „Antiislamisierungskongresse“ zeigte sich erneut deutlich, die Erfolg- und Hilflosigkeit, die Verlogenheit und Halbherzigkeit dieser selbsternannten „Bewegung“.

Euren Angaben zufolge sollen 1000 Teilnehmer auf dem letzten Kongreß dabei gewesen sein. Nach meiner großzügigen Schätzung komme ich auf nicht einmal 300 Teilnehmer, von denen der Großteil aus dem Ausland angereist war. Nach „Bürgern“ suchte man auf dem gesamten „Kongreß“ ebenso vergeblich wie nach der Äußerung von vernünftigen politischen Ansätzen im Interesse des Volkes. Von Volk und Heimat ist überhaupt keine Rede mehr,[…]

HIer geht es um den Flieger auf dem Kongress mit dem Transparent „Ming Fründ ist Ausländer“:

Um nur ein nicht in den Medien ausgeschlachtetes Beispiel Eurer verlogenen Arbeitsmethoden herauszugreifen,[…]

Und hier um die Verschwörungstheorien rund um die „linken Provozierer“ mit dem „Galgen-T-Shirt“:

Geradezu widerlich ist auch die immer massiver werdende Anbiederung an Zeitgeist und System.

Zu der Öffentlichkeitsarbeit mit „sensationellen“ Erfolgen heißt es:

Dabei erreicht selbst eine kleine Demo von Nationalisten ähnliche Schlagzeilen wie Eure Aktionen und diese kommen glaubwürdiger und authentischer rüber als Ihr mit Euren Lügen und Täuschungsversuchen.

Und zu den Versuchen, sich mit Israelflaggen und dem Afrikaner Josef Intsiful im Vorstand von Rassismusvorwürfen zu befreien:

Auch Euer Versuch mit einem Schwarzafrikaner im Vorstand und zur Schau getragener Israel-Freundschaft „besser“ da zu stehen ist nur lächerlich, abstoßend und entspricht nicht ansatzweise den intern von Euch geäußerten Ansichten.

Da weiß man wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll. Vermutlich nimmt Pro Köln den Vorwurf der „CDUisierung“ und den Austritt des enttäuschten Rechtsauslegers, der jetzt zu den freien Kameradaschaften wechselt, noch als Beleg dafür, wie bieder-spießig-harmlos man doch eigentlich ist. Und vermutlich stimmt zumindest das bieder-spießig daran…

Ergänzung: der politblogger bringt es mal wieder genauer auf den Punkt:

Wohlgemerkt: Emmerich verlässt Pro Köln nicht etwa deshalb, weil ihm Beisicht, Rouhs und Konsorten nicht rechtsradikal genug sind, sondern weil die Herren zu feige sind, sich öffentlich zu ihrer Gesinnung bekennen. Insofern ist Emmerichs erklärte Absicht, künftig die braunen Kameraden von den Freien Kräften Köln zu unterstützen, natürlich nur konsequent – wobei er das eigentlich schon immer war.

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Uckermann und der „rechtsextremistische Esoteriker“

23. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Stolz verkündet Pro Köln auf seiner Website, dass der Pro-Köln-Politiker und Ehrenfelder Bezirksvertreter Jörg Uckermann in „einer 63minütigen Dokumentation zum Thema Political Correctness – Gegen den Strom im neuen Internetfernsehkanal secret.tv zu sehen“ sei. Wunderbar. Leider muss man sich registrieren, und anschließend 3,33 Euro bezahlen, um diese  Dokumentation des „renommierte Filmemachers Prof. Dr. Michael Voigt“ zu sehen. Bevor man das macht, informiert man sich doch mal, was dieser secret.tv eigentlich für ein Medium ist, in dem die Kategorien „Nachrichten“ und „Talkshows“ direkt vor „UFOs“, „ungelösten Rätseln“ und „Spiritualität“ kommen?

Inhaber der Website ist Jan van Helsing alias Jan Udo Holey. Der Wikipedia-Artikel zu Holey beginnt so:

Jan Udo Holey [jan udo holaɪ] (* 22. März 1967 in Dinkelsbühl) ist ein Autor demagogischer, geschichtsrevisionistischer, verschwörungstheoretischer und esoterischer Bücher, der teilweise unter dem Pseudonym Jan van Helsing auftritt. Das Landgericht Mannheim nennt Teile seiner Publikationen antisemitisch, das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet Holey als Rechtsextremisten ein.

Huch? Weiter geht es zu dem „neuen“ Internetfernsehkanal:

Zu Jahresbeginn 2007 startete sein TV-Sender secret.TV, den er mit seinem Vater, Bruder und Freunden betreibt.

OK. Mal sehen, was der Verfassungsschutz zu ihm schreibt:

3.2. Rechtsextremistische Esoterik
Einen in mehrfacher Hinsicht beachtenswerten Sonderfall stellt die rechtsex­tremistische Esoterik dar. Anknüpfend an den esoterischen Theorien häufig immanenten Hang zu verschwörungstheoretischem Denken nutzen zuneh­mend Rechtsextremisten die Gelegenheit, die an sich unpolitische esoterische Szene mit antisemitischem und revisionistischem Gedankengut zu infiltrie­ren. Eine Vorreiterfunktion hatte dabei der auch heute noch bekannteste Eso­teriker und Rechtsextremist Jan Udo HOLEY, der unter dem Pseudonym Jan van HELSING veröffentlicht. Sein Anfang der neunziger Jahre in zwei Bän­den erschienenes Werk „Geheimgesellschaften und ihre Macht im zwanzigs­ten Jahrhundert“ erreichte eine Auflage von ca. 100.000 Exemplaren. Eine stetig steigende Zahl von rechtsextremistisch beeinflussten Büchern über­ schwemmt seitdem den esoterischen Markt.

Pro Köln und rechtsextremistische Esoterik? Pro Köln und Verschwörungstheorien? Ich müsste jetzt wirklich lügen, wollte ich behaupten, dass mich das alles noch überrascht – aber wenn einen die „Mainstream-Medien“ und die Monopolpresse schon so fies ignorieren, muss man sich eben andere, passendere PR-Plattformen suchen…

P.S.: Und nein, ich habe mir die 3,33 Euro gespart.

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Pro Köln: Immer noch keine Inhalte, nur Gejammer

21. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Pro Köln gefällt sich mal wieder in der Opferrolle, nichts Neues also eigentlich. War der „Kongress“ also doch nicht so erfolgreich? Eigentlich müsste man sich doch noch in den Erfolgen baden und Ergebnisse und Inhalte vorstellen können? Aber nicht doch, der aktuelle Text auf der Website von Pro Köln suhlt sich in spöttisch klingenden Angriffen auf die „Gutmenschen“ aller Couleur in Köln. Alle kriegen was ab: vom „abgetakelten „Rocksänger“ Wolfgang Niedecken“ über die „alternde Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes“, Stadtanzeiger-Redakteur Schmalenberg, DGB-Chef Kossinski bis hin zu Jürgen Becker. Keiner hat uns lieb!

Das wäre ja noch alles ganz lustig, wenn man nicht wieder den unsäglichen Vergleich mit der Judenverfolgung 1938 heranziehen und auf sich selbst beziehen würde: das macht das ganze nur noch ekelhaft und geschmacklos.

Pro Kölns Ausgrenzungsstrategie gegenüber Kölner Muslimen – und vergessen wir nicht: nicht aus irgendeiner inneren Besorgnis gegenüber Islamismus heraus, sondern einzig und allein aus wahltaktischen Erwägungen und weil man Ängste der Menschen instrumentalisieren kann, wie Beisicht deutlich gemacht hat – verdient genau das: Ausgrenzung. Wie soll inhaltliche Auseinandersetzung möglich sein, wenn die vermeintlichen „Inhalte“ selbst auf der eigenen Website nur noch in Halbsätzen vorkommen?

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Verfassungsschutzbericht 2008: Pro Köln ist rechtsextremistisch

19. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Nachdem der nordrhein-westfälische Verfassungsschutzbericht Pro Köln seit 2004 regelmäßig „unter dem Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung im NRW-Verfassungsschutzbericht aufgeführt und beobachtet“ hat, und Pro Köln dagegen regelmäßig geklagt hatte, stuft der Verfassungsbericht des Bundesministeriums des Inneren für 2008 Pro Köln nun eindeutig als „rechtsextremistische Vereinigung“ ein. Im Kapitel „VIII. Internationale Verbindungen“ –Wahlkampfthema „Islamisierung Europas“ heißt es:

Im Vorfeld der Europawahlen haben rechtsextremistische und rechtspopulistische Parteien in mehreren Staaten der EU die von ihnen behauptete Gefahr einer drohenden „Islamisierung Europas“ zum zentralen Agitationsthema gemacht. Durch das am 17. Januar 2008 in Antwerpen (Belgien) gegründete Bündnis „Städte gegen Islamisierung“, dem als Hauptakteure der belgische „Vlaams Belang“ (VB), die „Freiheitliche Partei Österreichs“ (FPÖ) und die deutsche „Pro-Bewegung“ angehören, sollen internationale Aktivitäten zur „Aufklärung der Öffentlichkeit“ geplant und koordiniert werden. […]

Die rechtsextremistische „Bürgerbewegung pro Köln e.V.“ („pro Köln“) trat schließlich als Anmelder der für den Zeitraum vom 19. bis 21. September 2008 geplanten Veranstaltung auf und kündigte verschiedene Rahmenaktivitäten sowie eine Zentralkundgebung in der Kölner Innenstadt an. In den folgenden Wochen wurden im Kölner Raum, aber auch in anderen Regionen erhebliche Werbeaktivitäten entfaltet. Die Organisatoren rechneten mit der Teilnahme von etwa 1.000 Sympathisanten. Die Rednerliste mit bekannten Rechtsextremisten aus mehreren Ländern ließ zunächst einen erheblichen Zustrom der rechtsextremistischen Szene erwarten. […] (Hervorhebungen von mir)

Schauen wir mal, wie die Rechtsanwälte aus dem Pro-Köln-Vorstand sich mit Schäuble anlegen…

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Ermittlungen wegen Verdachts der Wählertäuschung durch Pro NRW

19. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Einige Medien berichten davon, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen „einen ProNRW-Politiker“ Ermittlungen wegen Wählertäuschung aufgenommen hat.

Wie ein Polizeisprecher in Düsseldorf der Zeitung sagte, hatte eine Bürgerin aus Meerbusch Anzeige gegen den Mann erstattet, der dem Landesvorstand von Pro NRW angehört. Nach Angaben der Frau hatte er sich ihr als städtischer Mitarbeiter vorgestellt und auf diesem Wege versucht, ihre schriftliche Unterstützung für seine Kandidatur bei der Kommunalwahl zu erschleichen. Doch die Frau reagierte misstrauisch und ließ sich auch durch das vorgezeigte Formblatt samt Stadtsiegel, das sie sofort unterschreiben sollte, nicht blenden. Erst auf ihre Nachfrage, so gab sie bei der Polizei zu Protokoll, habe der Mann seine wahre Identität offengelegt. Im Internet fand sie außerdem heraus, dass er dem Landesvorstand von „Pro NRW” angehört. Auch der Staatsschutz wurde inzwischen eingeschaltet. (Quelle: Anzeige: Pro NRW soll Wähler getäuscht haben)

Weitere Berichte:

Kommentar Pro NRW: „böswillige Verleumdungen seitens des politischen und medialen Establishments“

Kategorien: 1 · Pro NRW

Pro Köln „Kongress“ – was bleibt?

11. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Zu Demonstrationen und Gegendemonstrationen wurde ja reichlich Kritisches, Selbstkritisches und Höhnisches geschrieben, aber worum zum Teufel ging’s jetzt eigentlich? Da stellen sich ein paar Leute auf einen Laster und sprechen ein paar Grußworte, soweit man das auf den unsäglich verwackelten Handyvideos erkennen kann. Sie beschimpfen die Gegendemonstranten und das war’s dann? Toller Kongress. Auf der Website heute würde man ja erwarten, dass mal über die Inhalte der Reden was geschrieben würde. Stattdessen? „Die Lügen der Presse“ „Schramma für Vilimsky unerwünschte Person in Österreich“ – und „Phänomenaler Erfolg und historische Stunde für die pro-Bewegung!“ – ja, aber warum eigentlich? Wo sind die Inhalte, und seien sie auch noch so abstrus? Wozu das Ganze?

Fazit für mich: es gibt keine Inhalte mehr. Moscheebau ist durch, war eh nur das „Thema zum Punkten“, die „Marktlücke“, und kein ehrliches Anliegen. Und jetzt bleibt eben nichts weiter, als Beschimpfungen der „Mainstreampresse“, der politischen Gegner und sowieso aller anderen, die anderer Meinung sind. Und eine Handvoll Parolen.

Nochwas zur Versammlungsfreiheit: Offenbar war das ganze sowieso eine geschlossene Veranstaltung, denn den Einlass kontrollierte wohl nicht nur die Polizei, sondern auch „Herr Schöppe“ soll an der Absperrung entschieden haben, wer das richtige Gesicht für den Barmer Platz hat. Das bestätigte der absperrende Polizist auf Nachfragen eines Demonstrationsteilnehmers, der sich in seiner Versammlungsfreiheit eingeschränkt sah.

Diskussionen an der Absperrung: Verteidigung der Versammlungsfreiheit?

Diskussionen an der Absperrung: Verteidigung der Versammlungsfreiheit?

Andere hatten weniger Probleme mit dem Durchlass

Andere hatten weniger Probleme mit dem Durchlass

Kategorien: 1 · Pro Köln

Pro Köln kann auch mit Photoshop umgehen…

7. Mai 2009 · 1 Kommentar

…und PI-Leser sind geübte Online-Voter. Da lobt doch Pro Köln heute das „gewaltige Medienecho“ im Vorfeld ihres Kongresses, und erwähnt eine Online-Umfrage der Frankfurter Rundschau von gestern. Dabei wird natürlich auch gleich ein Screenshot mit den Ergebnissen verlinkt:

Manipulierter Screenshot bei <a title="Manipulierter Screenshot bei Pro NRW" href=

Schaun wir doch mal, wie die Originalumfrage aussieht:

Original-Umfrageergebnis bei der Frankfurter Rundschau

Original-Umfrageergebnis bei der Frankfurter Rundschau

Wahrscheinlich gab’s zum Zeitpunkt des Screenshots noch eine allzu peinlich niedrige Teilnehmerzahl, wenn selbst einen Tag später erst 1300 Stimmen abgegeben wurden. So, und jetzt fragen wir uns noch, warum ausgerechnet bei der Frankfurter Rundschau so ein „krummes“ Ergebnis rauskommt? Bitte sehr:

Aufruf zur Abstimmung bei Politically Incorrect

Aufruf zur Abstimmung bei Politically Incorrect

Wer war das nochmal, der sich vor ein paar Tagen über „Lügen und Fälschungen“ bei der Fotomontage mit Dewinter und Beisicht aufregte?

P.S.: Das „gefälschte“ Bild erschien anscheinend erstmals bei einem Anti-Pro-Gelsenkirchen-Blog schon letztes Jahr, dem Artikeltext nach ist es speziell dafür „gebastelt“ worden („Auch interessant ist der Aufruf zur “Zivilcourage” für den 20. September in Köln. Ich denke, die braucht ihr auch. Ab und zu sollte man mal hinter sich schauen!“). Little Green Footballs hatte sich noch nicht mal die Mühe gemacht, den Bildnamen deutlich zu verändern…

Kategorien: 1 · Pro Köln

Noch ein Fundstück zu Pro Köln:

4. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Letztes Jahr ist noch eine Menge Kluges zu Pro Köln gesagt worden, beim Spreeblick habe ich noch etwas aufgelesen:

Denn für die Pro-Köln-Aktivisten und ihre verbandelten Netzwerkfreunde gilt, was Max Goldt über Bildzeitungsredakteure gesagt hat: „Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“ Und sie daran zu hindern, Falsches zu tun, ist ehrenwert.

Danke für dieses Zitat!

Kategorien: 1 · Pro Köln

Über die Meinungsfreiheit und Pro Köln

4. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Ich habe rechtzeitig vor dem Wochenende nochmal ein wenig Lesestoff zusammengesucht zum Thema „Meinungsfreiheit“:

Bekanntermaßen ist es eine der Strategien von Pro Köln, sich als unterdrückte, in seiner  Meinungsfreiheit eingeschränkte Minderheit, als Opfer des linken Mobs zu präsentieren. Den Höhepunkt erreichte diese Stilisierung in dem Wahlkampffilm „Hat Pro Köln doch recht?“, wo man die Proteste des letzten Jahres und die Ausgrenzung sogar mit der Judenverfolgung im „Dritten Reich“ verglich. Ebenso gerne wird der Vergleich mit Stasiverfolgungen in der DDR gezogen.

Hierzu einige Handreichungen aus einem lesenswerten Störungsmelder-Beitrag „Man wird ja noch seine Meinung äußern dürfen“ von Wolfgang Nacken:

Auch die Vertreter von „Pro Köln“ haben im Zuge ihres missglückten Nazitreffens Mitte September des Öfteren so getan, als seien sie Opfer undemokratischer Gewalttäter geworden, die mit Rückendeckung des CDU-Bürgermeisters an der Ausübung des oben genannten Rechts gehindert worden seien. Dass der Hintergrund dafür die massive Hetze gegen Bürger_innen einer anderen Religionszugehörigkeit ist, scheint dann keine Rolle mehr zu spielen.

Mit dem Pochen auf die Meinungsfreiheit geht es […] nicht darum, sich mit anderen gleichberechtigt an der Meinungsbildung zu beteiligen, sondern um einen Kampf um Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, öffentliche Räume mit eigenen Themen zu besetzen.

[…]Mit anderen Worten: Rechtsextreme haben kein Recht auf freie Meinungsäußerung, wenn es um die Ausbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie geht. Eine Gesellschaft – und gerade eine offene – muss sich so zur Wehr setzen.

Im selben Artikel gibt’s auch noch einmal die Erinnerung an die Schranken der Meinungsfreiheit im Grundgesetz:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Unter anderem also, wo es um die Würde und Ehre des Menschen geht, findet die Meinungsfreiheit ihre Grenzen. Ich erinnere an das Transparent „Sachsenmut stoppt Moslemflut“, das Pro Köln auf einer seiner „Mahnwachen“ vor der ehemaligen Ehrenfelder Moschee zeigte. Hierbei und bei „Stopp Islam“ geht es nicht mehr um einen Kampf gegen radikalen Islamismus, sondern ganz klar um Ausgrenzung, Diskriminierung und Einschränkung der Religionsfreiheit hier bei uns in Köln.

Apropos Meinungsfreiheit: Letztlich geht es ja auch gar nicht um die Bürgermeinung einer aus der „Mitte des Volkes“ kommenden Bewegung, sondern um das Aufgreifen sensibler Themenfelder als „Marktlücke“, um rechte politische Ideen salonfähig zu machen:

Wir haben nach Inhalten Ausschau gehalten und waren anfangs selbst überrascht, welche außerordentliche Resonanz wir mit dem Thema gefunden haben. Gerade in Großstädten kann man damit punkten! Wir haben die Marktlücke besetzt, und es ist uns der Einbruch in Schichten gelungen, die wir sonst nicht erreicht hätten. (Markus

Am 21. April waren die Hitlerjugend-Memorabilia bei Manfred Rouhs noch zu haben.

Am 21. April waren die Hitlerjugend-Memorabilia bei Manfred Rouhs noch zu haben.

Beisicht in einem Interview mit der Jungen Freiheit, September 2008)

Und da passt man sich bei Bedarf auch gerne mal opportun der Öffentlichkeit an. Manfred Rouhs hat von seiner Website nation24.de das Sortiment an HJ-Liedersammlungen entfernt, nachdem man es in den amerikanischen Blogs als einen Beleg dafür nahm, dass manches bei Pro Köln eben doch irgendwie… neonazimäßig daherkommt.

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Schulministerin warnt vor Pro-Köln-Propaganda auf Schulhöfen

3. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Die Rheinische Post und der Evangelische Pressedienst berichtet über eine Warnung vor rechter Propaganda auf Schulhöfen, auf die Pro Köln so stolz ist:

NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hat davor gewarnt, dass die rechtsextremistischen Gruppen „Pro Köln“ und „Pro NRW“ Flugblätter und islamfeindliche Filme auf den Schulhöfen verteilen wollen. Die Verteilung „schulfremden“ Materials sei auf Schulhöfen untersagt, sagte sie und betonte: „Ich verurteile schärfstens, dass Rechtsextremisten den Schulhof benutzen wollen, um ihr menschenverachtendes und demokratiefeindliches Denken zu verbreiten.“ Die beiden Gruppierungen werden vom NRW-Verfassungsschutz beobachtet. Sommer warnt auch vor Gruppen, die als „Neues Volk“ versuchten, in die Schulen einzudringen. Die Schulleitung solle notfalls umgehend die Polizei benachrichtigen.

Offenbar ist es aber zulässig, in unmittelbarer Nähe des Schulgeländes rechtes Propagandamaterial zu verteilen. Wer als Lehrer dagegen vorgeht, wird von Pro Köln eindeutig identifiziert:

[…], als bereits nach wenigen Minuten ein weiblicher Lehrkörper – offensichtlich von der „feministischen Kampffront“ – auf den Plan trat, einem pro-Köln-Mitglied Schläge androhte und ihrem Unwillen über Demokratie und Meinungsfreiheit hysterisch Ausdruck verlieh […]

[…] einige von den Blockwarten des Bündnisses „Schüler gegen rechts“ aufgehetzten Schüler der Mittelstufe […]

[…] eine Modellschule, in der scheinbar von einigen der sozialistische und antidemokratische Muff der untergegangenen DDR gehegt und gepflegt wird. […]

[…]geistig tieffliegende Alt68er-Lehrer aufgrund ihrer politisch korrekten Scheuklappen […]

[…] linke Ideologie […]

[…] Gehirnwäsche und Aufstachelung gegen Demokratie und Meinungsfreiheit […]

Klar.

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